Betty ist ein weiterer Weg um Konsumentenvorlieben zu ermitteln. Es handelt sich dabei um eine Fernbedienung, welche sich in den Scartkanal einklinkt und alle ein- und ausgehenden Daten mitschneidet. Dazu wird ein Sender zwischen Scartkabel und Scartbuchse am Fernseher gesteckt, welcher beliebige Daten an einen Empfänger sendet, der wiederum per Telefonleitung mit der Datensammelstelle der Betty TV AG verbunden ist. Soweit so gut, doch wofür das ganze?
Laut offiziellen Angaben und auch den Kommentar-Beiträgen des nicht müdewerdenden Tobi im oben genannten Blog, soll "alles nur Spass machen".
Nun werden, wie bereits erwähnt, Daten übermittelt, aber welche? Auf der
Website der Betty TV AG steht dazu: "Betty telefoniert zu verschiedenen Anlässen mit der Betty-Zentrale. Dies können z.B. die Übermittlung von Spielergebnissen, Bestellungen etc. oder auch Softwareupdates sein. Dabei werden 0800, 01925 und 0900 Nummern der Betty-Zentrale angewählt. Diese Anrufe werden einmal nachts zwischen 1 Uhr und 6 Uhr durchgeführt ....".
Es werden
z.B. Spielergebnisse übermittelt. Warum nur zum Beispiel? Eigentlich wären diese Daten doch alles, was die Betty TV AG benötigen würde um den angebotenen Service so anzubieten, wie es offiziell dargestellt wird. Oder werden auch noch andere, nicht genannte Daten übermittelt?
Daten über beliebte Sendungen, beliebte Themen oder auch beliebte Produkte könnten ja genauso übermittelt werden. Theoretisch könnten solche Daten mit dieser FB statistisch aufgeschlüsselt werden.
Warum das schlimm ist?
Unsere Kinder laufen heute schon in ausreichend Konsumentenfallen. Der Grundstein einer jeden gezielten Produktwerbung ist das Wissen über Zielgruppen und tatsächliches Interesse bei potentiellen Kunden. Mir wird schlecht wenn ich Sätze wie "es soll nur Spass machen" lese.
Diese Fernbedienung kostet Geld in der Produktion. Geld welches wieder eingespielt werden muss. Vom Verkauf der FB allein wird dies sicherlich nicht geschehen, denn auch laufende Kosten, wie Mitarbeitergehälter, müssen gedeckt werden. Aber auch hier hat Betty einer Erklärung parat: "Wie bei einem privaten Fernsehsender, der keine Gebühren erhebt, hat die Betty TV zwei wesentliche Einnahmequellen:
- Einnahmen aus den maximal 30% werblichen Angeboten.
- Einnahmen aus kostenpflichtigen Spielen und Mehrwertdiensten.
Betty TV bekommt vom jeweiligen Veranstalter (TV-Sender, Infoanbieter, ...) einen Anteil."
Das ist alles schön und gut, aber wars das schon? Es gibt doch noch die tolle Möglichkeit des Geo-Scoring.
Dies ist der Verkauf von statistischen Daten. Geomarketingfirmen werden hohe Summen zahlen, um zu erfahren, wo in D man denn besondere auf Gartenprodukte anspricht, wo in D man sich aufgrund mangelndem Interesse eine Kampagne für Sportwagen sparen kann und wo in D man durchaus auf zahlungsfähige Kunden trifft.
Meines Erachtens nach ist diese Art der Gewinnerwirtschaftung das einzige Ziel von Betty.
Gruß
Falk